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Reisebericht zu Andalusien→Granada→Sierra Subbetica Iznajar

DieWestseite der Sierra Subbetica: Über Ruta zum Lago de Iznajar

Foto Stausee Iznajar

Der Lago de Iznajar zu Füßen des malerisch gelegenen, gleichnamigen Ortes scheint ein noch wenig erschlossenes Freizeitparadies zu sein. Auch im Ort Rute schlafen die Outlet-Stores noch, nicht dagegen die Polizei auf der Jagd nach Rasern.





Guardia Civil mit Radarfallen auf Raserjagd am Rande leerer Schnellstraßen

Natürlich glauben wir, mit Montefrio und Zuheros die Highlights des heutigen Tages bereits gesehen zu haben. Am Westhang der Sierra entlang werden wir uns jetzt langsam wieder in Richtung Autobahn nach Granada zurückschleichen. Gleichsam zur Bestätigung solch zurückhaltender Erwartungen endet hinter Zuheros die romantische Bergeinsamkeit und mündet in ein massiv ausgebautes Schnellstrassennetz, auf dem allerdings kaum jemand fährt.

Wie auch bei uns bieten solche Verhältnisse ein hervorragendes Jagdrevier für Polizisten und ich tue ganz gut daran, die mich gerade noch überholenden Einheimischen nicht meinerseits zu überholen, als sie merklich langsamer werden. Die Guardia Civil ist hier richtig gut präsent. Ich hätte die Radarkontrollen mit geübtem Blick auch so erkannt, ohne fremde Hilfe allerdings möglicherweise zu spät. Insgesamt stehen Polizeistreifen schon an vielen neuralgischen Punkten und es ist ratsam, sich der überwiegend gemächlichen Fahrweise der Andalusier anzupassen.

Outlet-stores in Rute noch geschlossen, die erhoffte Seepromenade am Lago de Iznajar auch

Das Dorf Rute, ein Straßenknotenpunkt, nehmen wir en passant und sparen uns ein weiteres Besichtigungsprogramm. Berühmte Süßwarenhersteller haben hier ihren Sitz und auch der nationale Anisschnapsfabrikant, aber die zugehörigen Läden sind ohnehin noch geschlossen, obwohl es jetzt schon nach vier Uhr ist. Daheim heißen solche Fabrikverkaufsgeschäfte wohl Outlet Stores und bieten das eine oder andere Schnäppchen. Wir mögen eh nur ganz selten Anisschnaps. Mittlerweile kommt aber die Sonne mit voller Kraft heraus, und wir stellen uns einen gemütlichen Kaffee an der Uferpromenade des Stausees von Iznajar vor, unserem letzten Ziel vor der Rückreise.

Während wir bereits längere Zeit am Hochufer des gut gefüllten und unten romantisch glitzernden Stausees entlang fahren, taucht hinter einer Kuppe plötzlich auch der Ort selber auf. Auf dem Rücken einer Felswand ähnlich der in Montefrio, nur deutlich größer, klebt gleich der ganze Ort wie Motten auf einem gigantischen Segel und strebt zum Himmel. Man möchte fast lachen, so grotesk sieht das aus. Weit darunter im Talgrund glitzert der dunkelblaue See im Sonnenlicht. Da kann man doch was draus machen, attraktionsmäßig.

Unten angekommen empfängt uns allerdings lediglich Rosas Bar, die wenig einladend mehr nach einer Fernfahrerkneipe aussieht (nichts gegen Fernfahrer). Die Sonnenwärme wird durch einen eisigen Wind überdeckt, Rosa keift drinnen und die ersehnten Terrassentische befinden sich an der Straßenseite anstatt am Seeufer. Von Uferleben oder gar einer Promenade keine Spur, es muss ja nicht gleich Starnberg sein, obwohl hier das Zeug dazu vorhanden ist. Wir sind jetzt aber auf unseren Kaffee fixiert und wollen hinter der scharfen Kurve um den Felsgrat noch etwas weiter suchen. Wir können es nicht glauben, ein so schönes Fleckchen derart touristisch unerschlossen zu sehen.

Die schöne, neue Strasse wird aber sofort zur europäisch finanzierten Fernstrasse und führt uns vierspurig zügig von See und Ort weg. Vergeblich suchen wir nach einer Wende- oder wenigstens Haltemöglichkeit für ein Foto, während Iznajar hinter uns in den Hügeln versinkt. Dafür hat das Geld dann doch nicht mehr gereicht. Irgendwie sollten wir uns abgewöhnen, uns an bestimmte Wunschvorstellungen für unsere Kaffepausen zu klammern. Es klappt einfach nie und diese Gegend ist auch hinter jeder Kurve für eine neue Überraschung gut.

Sierra Subbetica, ein abwechslungsreicher Ausflug macht Lust auf mehr

Nach der einstündigen Rückfahrt über die Autobahn nach Granada legen wir noch einen kleinen Einkaufsstop bei "unserem" Carrefour ein, um die Getränkebestände aufzufüllen. Jetzt von der anderen Seite kommend, müssen wir uns aber erst herantasten und Lore gewinnt die Wette, auch hier wieder unsere Flohmarktausfahrt 123 zu benützen. Ist fürs nächste Mal jedenfalls leicht zu merken.

Etwas erschlagen, aber höchst zufrieden rekapitulieren wir den Tag. Während die meisten unserer Bekannten Andalusien als Aneinanderreihung trister Hügel in staubiger Landschaft erlebt und beschrieben haben, haben wir während der zwei Ausflüge höchst unterschiedliche und immer spannende, auch überraschende Bilder gesehen, die Lust auf mehr machen. Dabei haben wir ja die wirklich dreisternig bewerteten Sierras noch gar nicht erkundet und sind für die Hauptblütezeit noch einige Wochen zu früh.

Die Sierra de Cazorla nördlich Granadas bei Ubeda oder die Sierra de Aracena nördlich von Sevilla werden wir erst gar nicht mehr zu sehen bekommen. Zunächst reicht die Zeit nicht und außerdem wären die Anfahrtswege von den Städten aus schon wieder so weit, dass kaum Zeit für die Besichtigung der Naturschutzparks übrig bliebe. Da bleibt nur die Hoffnung auf ein nächstes Mal!

Vielleicht muss man dafür einfach den Hochsommer meiden und sich von Torremolinos&Co fernhalten.

Wenn Sie dem Verlauf dieser Reise folgen möchten

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Und hier der Gesamtüberblick dieser Reise mit allen Berichten


© 2004-2014 by Martin Haisch Gastromartini gastrobetreuung.de

Zuletzt aktualisiert am 27. Mai 2014

Mit ausdrücklichem Dank an Apachefriends und alle Open-Source-Entwickler, deren Arbeit solche Projekte erst ermöglicht
sowie an Lore für Begleitung und Ertragen programmierungstechnisch bedingter Abwesenheiten

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