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Granada: Stadtviertel, Orientierung und Umland

Natürlich wird Granada in erster Linie mit dem Weltkulturerbe der Alhambra, also dem Generalife, der Medina, den Nasridenpalästen und seiner Alcazaba verbunden. Sowohl in der Stadt mit ihren unterschiedlich geprägten Vierteln wie im Umland gibt es aber weit mehr zu entdecken, was bei der Planung aus der Ferne gar nicht so offensichtlich ist. Eine Orientierung ist tatsächlich schwierig, nicht nur im verwinkelten Stadtbild Granadas.

Zentrum unter der Alhambra

Granada ist eine quirlige Universitätsstadt, deren multikulturelle Wurzeln bis in die heutigen Tage reichen. Studenten aus aller Herren Länder und natürlich Heerscharen von Touristen sorgen dafür, dass hier immer etwas los ist. Die Stadt drängt sich an die Ausläufer der Sierra Nevada, auf deren letzter Nase die Alhambra gebieterisch über den Dächern thront, obwohl sie von unten fast nirgends zu sehen ist. Wie ein letzter Burgwall grenzt eine Umfahrungsautobahn das Stadtgebiet zur Hochebene hin ab.

Direkt unterhalb dieser Nasenspitze, wo hoch oben der Wachturm der Alhambra über Stadt und Hochebene schaut, liegt das Stadtzentrum mit der Plaza Nueva und der Plaza Isabella. Hier kreuzen sich die beiden Hauptverkehrsadern. Die Gran Via de Colon führt von Nordosten, dem Bahnhof und der Busverkehrsdrehscheibe Jardin del Trionfo auf das Zentrum zu. Vom Süden her , wo sich auch der Parque de las Ciencias befindet, mündet die Via de los Reyes Catolicos. Dies dürfte auch die wesentlichen Zufahrtswege vom Autobahnring her beschreiben.

Südlich, also "unterhalb" der Via Colon befinden sich direkt im Zentrum die großen Sehenswürdigkeiten des spanisch geprägten Mittelalters, Kathedrale, Capilla Real, die Alcaizeria und daran schließend die Bib Rambla. Weiter stadtauswärts schließt sich das Universitätsviertel an. An dessen Ende, bereits unterhalb des Jardin del Tronfo, folgt dann die Klosteranlage San Jeronimo. Hier verbinden breite Flaniermeilen und Einkaufsstraßen die kleinen Plätze, und Sie finden viele Restaurants, von denen durchaus nicht alle touristisch geprägt sind. Hier und in der nördlich paralell verlaufenden Calle Elvira mit ihren kleinen Tapas-Bars finden Sie auch viele Hotels und Apartments sowie die dazu nötigen Parkhäuser und Tiefgaragen. Etwas weiter außerhalb wartet noch die Cartuja auf Besucher.

Ein Phänomen sticht dabei nach dem Besuch immer ins Auge. Obgleich alles überragend, ist die Alhambra aus dem Stadtbild heraus fast nirgendwo zu sehen. Es scheint fast so, als ducke sich die Stadt Granada unter ihrem Wahrzeichen weg, wollte selbst erwachsen werden ohne die Eltern oder Großeltern. Für den unvorbereiteten Besucher wird so erst spät verständlich, warum in Reiseführern die Orte so herausgestellt werden, von denen man einen guten Blick auf die Burg hat. Während der Reiseplanung kommt man praktisch um Alhambra-Bilder nicht herum, dabei sieht die Realität vollkommen anders aus. Ein unbedarfter Besucher könnte wochenlang in Granada herumspazieren, ohne die Existenz der Alhambra überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.

Albaizin, Sacromonte und Realejo: Die malerischen Viertel

Von Nordwesten her gibt es keine Strasse in Richtung Zentrum, hier fließt der Darrio und gräbt eine deutliche Furche zwischen der Felsnase der Alhambra und dem am nördlichen Bachlauf sich erhebenden Stadtvierteln. Im Abschluss an die Plaza Nueva ist dies zunächst der Albaizin, das maurisch geprägte Viertel, das den schönsten Blick auf die gegenüber sich erhebende Alhambra gewährt.

Es wird von unten her erschlossen durch ein malerisches Sträßchen entlang des Darrio, das sich Fußgänger, Minibusse und vereinzelte PKW teilen. Dieses steigt schließlich steil bergan, um dann entweder die obere Begrenzung des Albaizins mit der Kirche San Nicholas und dem berühmten Mirador zur Alhambra zu erschließen, oder weiter nordwestlich in den Sacromonte vorzustoßen, wo es deutlich zigeunerisch geprägt ist und die Flamencoschulen und –lokale sich versammeln.

Am südlichen Abhang der Felsnase, auf der die Alhambra sitzt, strebt das Realejo-Viertel bergauf. Hier dürfte wohl der Schwerpunkt der studentischen Kultur zu finden sein und zentrumsnah fühlt man sich an das Montmartre früherer Zeiten erinnert. Weiter oben wird es dann schon villenmäßig luxuriöser, aber direkt am Berg können Sie hier sogar noch in echten Höhlenwohnungen leben.

In vielen Reiseführern wird auch die Sicherheitslage problematisch beschrieben. Ich persönlich hatte zu keinem Zeitpunkt in ganz Andalusien irgendwelche Probleme, solange grundsätzliche Verhaltensweisen in touristischen Ballungszentren beachtet werden, die überall auf der Welt gelten. In all diesen Vierteln ist aber die unmittelbare Nachbarschaft von großem Luxus und großer Armut nicht zu übersehen. Personen mit schwächerem Nervenkostüm könnte es beim notwendigen nächtlichen Heimweg durch schummrige Gassen und dunkle Ecken schon manchmal unwohl werden. Leute, die ihr Auto ständig vor der Haustüre sehen möchten, werden hier ohnehin nur ausgewählte Plätze ansteuern können.

Ziele in der Provinz Granada und Umgebung

Die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada überragen Granada und geben schon so an schönen Tagen ein pittoreskes Panoramabild ab. Die Alpujarras, die Bergdörfer an der dem Meer zugewandten Südseite dieses Höhenzuges zu erkunden, dürfte Sie einen Tag lang beschäftigen. Mit genügend Zeit können Sie über die Passhöhe des Puerto de la Ragua nach Granada zurückkehren und die Hochebene von Guadix sehen. Diese aber ist allein bereits einen Tagesausflug wert mit seinen Höhlenwohnungen und steinzeitlich anmutenden Bräuchen.

Im Norden lockt die Provinz Jaen mit den Städten Baeza und Ubeda und dem Nationalpark der Sierra de Cazorla, selbst wenn sie für einen Tagesausflug mit 90minütiger Anfahrtszeit eher schon ein eigenes Reiseziel abgeben könnte. Leichter zu erreichen ist die Sierra Subbetica zwischen Granada und Cordoba mit stillen weißen Dörfern, mindestens so spektakulär gelegen wie ihre berühmten Geschwister nahe der Küsten, aber eben ohne Begleitung von 50 Reisebussen zu besichtigen. Und natürlich sind weder die Küsten weit entfernt noch die Skigebiete der Sierra Nevada. Mit gutem Zeitmanagement und Verzicht auf laissez-faire mag es tatsächlich möglich sein, den Werbeaussagen entsprechend von Granada aus vormittags Ski zu fahren, nachmittags zu baden und abends eine Taparunde in Granadas Altstadt zu drehen.

Ich persönlich bin solchen Sprüchen bei der Planung meiner ersten Reise auch aufgesessen und kann daher nur zur Vorsicht raten. Die Entfernungen sind massiv, die Vielfältigkeit ebenso. Jedes dieser Ziele birgt wirklich ganz eigene Überraschungen, die sich nicht im Vorbeifahren entdecken lassen. Geben Sie sich selbst und der Umgebung von Granada lieber Zeit, in Ruhe und aus der Nähe betrachten zu können, es wird sich lohnen. Die Sensationen liegen tatsächlich in den Zielen selbst, der Weg dorthin ist es nur manchmal.

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Zuletzt aktualisiert am 27. Mai 2014

Mit ausdr├╝cklichem Dank an Apachefriends und alle Open-Source-Entwickler, deren Arbeit solche Projekte erst erm├Âglicht
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